Project Description

Qom ist für die iranischen Schiiten das, was der Vatikan für die Christen symbolisiert : die religiöse Pilgerstätte und Schaltzentrale – hier werden die iranischen Ayatollahs ausgebildet. In diesem Umfeld traf ich Hamideh und ihren Vater, den man im Hintergrund des Fotos schemenhaft erkennt. Hamideh ist 14 Jahre alt und muss wie alle Frauen und Mädchen im Iran ein Kopftuch tragen. Während sich in anderen Städten junge Mädchen erlauben, ihr Haar mit farbigen Tüchern zu bedecken, achten die ultra-konservativen Einwohner von Qom streng darauf, dass die Kopftücher der Frauen schwarzer Farbe sind.

« Natürlich würde ich gerne ohne dieses schwarze Tuch auf dem Kopf herumlaufen, besonders wenn es heiß ist », sagt mir Hamideh. Ihr Vater lächelt wohlwollend, vielleicht ist er auf ihrer Seite, vielleicht auch nicht.

Solange die Ayatollahs im Iran das Sagen haben, wird sich Hamidehs Wunsch nicht erfüllen. « So ist das nun mal », seufzt sie, « ich muss dieses Kopftuch tragen, ich habe keine Wahl, unsere Religion will das so. » « Aber », fährt sie fort, « in meinem Kopf tu ich was ich will. »