Project Description

Somalia ist ein hoffnungsloser Fall. Zumindest so lange, wie die Menschen nicht bereit sind, umzudenken. Seit mehr als 20 Jahren herrscht Bürgerkrieg in dem Land am Horn Afrikas. Seit dem Sturz des Diktators Siad Barre bekämpfen sich Kriegsherren, Clans, Landlords und diverse Milizen. Das Land ist in Kleinstaaten zersplittert, anstatt einer funktionierenden Regierung herrschen Faustrecht und Gewalt. Die Menschen in Somalia ersticken in Armut und Perspektivenlosigkeit. Das ist die Welt von Farhia.

Dennoch lacht sie unentwegt, während sie ihren Vater und mich begleitet. Ihr Vater ist ein Dichter und einer der wenigen Hoffnungsschimmer am staubigen Horizont. Seit vielen Jahren zieht er durch entlegene Dörfer und fordert Dorfälteste und Clanchefs mit seinen Gedichten auf, gewalttätige Konflikte und schwelende Fehden zu beenden und sich für eine gewaltfreie Zukunft Somalias einzusetzen. Mit Erfolg – in vielen Regionen haben seine im Schatten der Bäume vorgetragenen Worte bereits ein Umdenken ausgelöst.

Wann immer sie kann, sitzt auch Farhia mit unter den Bäumen. Sie bewundert ihren Vater. Für seine Gedanken, seine Weltsicht, seinen Mut, sich für seine Überzeugungen einzusetzen. „Später möchte ich das auch einmal machen“, sagt sie, „damit die Menschen aufhören, sich gegenseitig zu bekämpfen. Und damit wir gemeinsam an der Zukunft Somalias arbeiten können.“ Sie lacht, einmal mehr. Dann zieht ihr Vater erneut los, um im Schatten eines Baumes die Menschen Somalias zum Umdenken aufzufordern…