Project Description

Die Umhänge ihrer Mütter scheinen eine schützende Mauer zu bilden, eine Sicherheit, von denen die jungen Massai-Krieger nicht lange profitieren werden können. Schon bald werden sie auf ihrem langen Weg zum anerkannten Kämpfer ihre ersten Rituale durchlaufen. „Ein Krieger kennt keinen Schmerz“, dieses Sprichwort existiert rund um den Globus. Für diese jungen Massai-Krieger jedoch wird es schon sehr bald Wirklichkeit werden.

Lketinga und sein Freund leben abseits der Zivilisation. Krankenhäuser und ärztliche Versorgung gibt es für sie nicht. Deshalb müssen die Menschen hier ihre eigenen Vorkehrungen treffen: Bei einigen Stämmen Ostafrikas werden so zum Beispiel jungen Kindern die unteren Schneidezähne in einer schmerzhaften Prozedur ohne Betäubung gezogen. Ihr Leben lang werden sie nun die markante Zahnlücke am Unterkiefer tragen.

Was auf ersten Blick als brutales Ritual erscheint, ist in Wirklichkeit eine Überlebensstrategie. In den abgeschiedenen Gegenden Ostafrikas kommt eine Krankheit wie „Wundstarrkrampf“ einem Todesurteil gleich. Der Kiefer schließt sich im Krampf und macht eine Nahrungsaufnahme unmöglich. Nur über das Loch der fehlenden Schneidzähne können die Betroffenen nun Nahrung zum Überleben erhalten. Aber das wissen die jungen Krieger noch nicht. Im Moment erscheint der weiße Fotograf eine viel bedrohlichere Aussicht.