Project Description

Donnerstag ist der schönste Tag im Leben von Moncho. Jeden Donnerstag macht ihn seine Mutter zurecht für den grossen Ausflug ausserhalb seines Hauses. Die meiste Zeit seines Lebens verbringt Moncho im Bett liegend in einem abgedunkelten Zimmer in der Hütte, die er ausser mit seiner Mutter noch mit seinen drei Geschwistern teilt. Dort starrt er auf eine Wand aus Bambus-Latten. Aber am Donnerstag zieht ihm seine Mutter seine polierten Turnschuhe und ein frisch gewaschenes Hemd an. So wartet er auf den Moment, an dem seine Mutter ihn aus seinem Rollstuhl hebt und fast zwei Kilometer bis ins Dorf trägt. Sie trägt ihn, denn auf dem steinigen Weg ist das Fortkommen mit dem Rollstuhl eine Qual – für Moncho wie für seine Mutter.

Ausserhalb der Hauptstadt San Salvador gibt es in El Salvador keinerlei staatlichen Einrichtungen für Physiotherapie schwer behinderter Kinder. Monchos Mutter ist überfordert. Ihr Mann verliess die Familie, als er erkannte, dass Moncho nicht war, wie andere Kinder. Seither schuftet sie sich durchs Leben, um ihre Kinder zu ernähren. Die finanzielle Unterstützung eines Schweizer Hilfswerkes macht es möglich, dass einmal pro Woche eine Physiotherapeutin in Monchos Dorf vorbeischaut und sich um behinderte Kinder kümmert. Dann beginnen die schönsten Stunden in Monchos Leben. Stunden, in denen seine Mutter ihn unter Anleitung der Therapeutin liebevoll massiert und in denen er Unterricht bekommt, um vielleicht doch eines Tages ein wenig zu sprechen. Doch viel zu kurz ist der Glücksmoment. Nach zwei Stunden trägt Monchos Mutter ihn wieder nach Hause, zieht ihm die schönen Schuhe und das frische Hemd aus. Dann beginnt für Moncho erneut das Warten auf den nächsten Donnerstag…