Project Description

Bayankhongor ist kein schöner Ort. Das Dorf in den Weiten der mongolischen Steppe scheint im Sommer unter der erbarmungslosen Sonne zu schmelzen, im Winter gefriert einem der Atem aufgrund der extrem niedrigen Temperaturen bereits in der Nase. Ausser den Weiten der Steppe und ein paar quadratischen Häusern gibt es nicht viel in Bumbugur. Und schon gar keine Arbeit.

Das ist der Grund, weshalb mehr als die Hälfte der Bewohner das Dorf verlassen hat, um im der Hauptstadt Ulan Bator ihr Glück oder zumindest eine Arbeit zu suchen. Die meisten von ihnen finden weder das eine, noch das andere und landen im Armutsgürtel der Zelt- und Hüttenstädte rund um die Hauptstadt.

Die Eltern von Enkhtuya und Tsetseg sind geblieben. Ihre Arbeit in der Milchproduktion gibt ihnen ein bescheidenes Einkommen. So gehen Enkhtuya und Tsetseg Tag für Tag den Weg durch die menschenleere Siedlung in die kleine Schule, wo ihr Lehrer ihnen die Grundlagen von Bildung vermittelt. „Wir möchten hierbleiben“, sagen beide, „hier wurden wir geboren, hier ist unsere Heimat“. Doch der unwirtliche Ort hat ihnen wenig zu bieten. Was sie einmal machen wollen, wissen sie noch nicht. Nur in einem sind sie sich ganz sicher: „Wir wollen nicht in die grosse Stadt“, betonen beide nochmals mit einem heftigen Kopfnicken. Dann beeilen sie sich, im Schatten des Schulzimmers der sengenden Sonne zu entfliehen…