Project Description

Die Bewohner von Bafata haben gelernt, alte Bräuche zu hinterfragen. Fast genau in der Mitte des westafrikanischen Landes Guinea Bissau gelegen, steht das Dorf auf der Projektliste verschiedener Hilfsorganisationen. Sie unterstützen die Menschen nicht nur beim nachhaltigen Anbau von Reis und Gemüse, sondern setzen sich auch aktiv für die Bekämpfung von Zwangsheirat junger Mädchen sowie gegen Frauenbeschneidung ein – beides waren bisher nicht hinterfragte, von Generation zu Generation übertragene Bräuche.

Nuria und Zamora leben in Bafata. Noch vor wenigen Jahren wäre die grössere Nuria bald als heiratsfähig erklärt worden und möglicherweise mit einem wesentlich älteren Mann zwangsverheiratet worden. Mit hoher Wahrscheinlichkeit wären auch ihre Genitalien bald von einer Beschneiderin mit einer Rasierklinge oder einem rostigen Messer verstümmelt worden, wie es dem Brauch zufolge auch in Bafata vor nicht allzu langer Zeit noch üblich war. Guinea gehört zu den afrikanischen Ländern, in denen die Beschneidung der weiblichen Genitalien bei jungen Mädchen fast flächendeckend durchgeführt wird – obwohl es offiziell unter Strafe steht. Die meisten von ihnen leiden ein Leben lang unter den Folgen des Eingriffs.

Nuria und Zamora gehören zu einer neuen Generation junger Mädchen. Ihre Eltern sind aufgeklärt, sie haben gelernt, sich von alten, zuvor nicht hinterfragten Traditionen zu trennen – auch Dank der Aufklärungsarbeit der Hilfsorganisationen. Diese Einstellung haben sie an ihre Töchter weitergegeben. „Wenn wir eines Tages einmal Kinder haben, werden wir ihnen natürlich so was niemals antun“ sagt Nuria überzeugt, bevor sie mit ihrer Freundin Zamora ins Nachbardorf rennt. Ihr Wissen will sie an die Kinder dort weitergeben, damit auch sie und ihre Eltern beginnen, die alten Bräuche zu hinterfragen….