Project Description

Mimi und Oumar gehören zu den Tausenden Flüchtlingen, die vor dem Bürgerkrieg in der Elfenbeinküste geflüchtet sind. Sie haben sich während der Fahrt von Bouaké zur Grenze mit Ghana kennen gelernt. Um der ausufernden Gewalt beider Bürgerkriegsparteien gegen Zivilisten zu entkommen, entschieden ihre Eltern, mit einigen hastig zusammen-gesuchten Wertgegenständen aus der Kriegsregion zu fliehen. Mimi hat sich für den langen und gefährlichen Weg ihr Lieblingskleid angezogen, das mit dem gestickten Herz in der Mitte.

In ihrem Bus sind rund 20 Familien zusammengepfercht, zumeist Frauen und Kinder. Die Männer blieben zuhause, um ihre Häuser zu verteidigen. Zehn Mal mussten Mimi und Omar mit ansehen, wie Soldaten der Regierung, die die Flüchtlinge für Verräter halten, die Insassen des Busses geplündert und alle Wertgegenstände mitgenommen haben.

Als ich die beiden frage, ob sie wissen, was Krieg ist, antworten sie ohne zu zögern. „Krieg“, erklärt mir Oumar, „ist, wenn Menschen, die Du noch nie gesehen hast, in Dein Haus kommen und alles verwüsten“. „Und“, fügt Mimi in ihrem Kleid mit dem großen gestickten Herzen hinzu, „wenn Menschen, die Du gekannt hast, plötzlich tot auf den Feldern oder in den Strassen liegen.“