Project Description

Das Leben hat Djenabu gelehrt, geduldig zu sein. Die 14-Jährige aus der Region Casamance (Senegal) ist auf ihrer Flucht vor Gewalt im Nachbarland Guinea Bissau gelandet. Immer wieder hatte es rund um Ihr Dorf Ausschreitungen und Kämpfe gegeben. Dort stehen sich seit Jahren Befürworter und Gegner einer Abspaltung der Casamance von Senegal erbittert gegenüber. Geduldig wartete Djenabu mit ihrer Familie darauf, dass die Dinge besser würden. Doch sie wurden nicht besser. Eines Tages beschlossen sie, vor der Gewalt zu fliehen.

Zusammen mit ihren Eltern flieht Djenabu über die Grenze. Doch auch hier wartet kein wirklich besseres Leben auf Sie. Zwar herrscht nun keine direkte Gefahr mehr um Leib und Leben. Doch führt die Ankunft der Flüchtlinge zu Spannungen im Dorf. Es gibt nicht genügend Wasser für alle. Und die wenigen Latrinen für die Dorfbewohner laufen über, seit auch die Flüchtlinge sie benutzen.

Djenabu wartet. Bis auch sie an der Reihe ist, ein wenig von dem frischen Brunnenwasser abzuschöpfen. Wie eine Statue steht sie da, die Arme vor der Brust verschränkt. Sie schaut mich an. „Was kann ich tun“, fragt sie mich und zuckt mit den Achseln. „Ausser warten?“ Ich denke an die Wasserhähne bei mir zuhause, aus denen frisches Trinkwasser sprudelt, wann immer ich es möchte. Dann schaue ich erneut zu Djenabu. Sie wird sie weiter Geduld haben. So, wie das Leben es sie gelehrt hat…